Prinzip 1: Nutzungsrecht statt Eigentumsrecht

„Ohne Billigung der Gesellschaft soll es keine Vermögensanhäufung geben“

Gold Bars

In einer vielköpfigen Familie ist Teilen eines der ersten Dinge, die die Kinder lernen müssen. Im Großen wie im Kleinen: eine begrenzte Welt bietet nicht genug für Alle, wenn Wenige grenzenlosen Reichtum anhäufen. Maßloser Reichtum auf der einen Seite bedeutet nichts anderes als Armut auf der anderen.

Wer sich um diese simple Wahrheit herumdrückt, wird nicht nur das Armutsproblem, sondern viele andere Probleme nie wirklich lösen können. Die Vermögenskonzentration bindet gewaltige Ressourcen, die der Menschheit für gemeinnützige Wissenschaft, Medizin, Bildung und Kultur oder Raumfahrt fehlen. Es darf kein Grundrecht auf unbegrenzten Reichtum geben, der quasi nach dem Recht des Stärkeren oder durch Schichtzugehörigkeit vergeben/vererbt wird. Die aberwitzigen Ungleichheitsverhältnisse von Überfluss und Hunger sind verfassungsrechtlich zu unterbinden. Das Recht auf Erfüllung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Medizin u.a.) für alle Menschen steht über dem Eigentumsrecht.

„Eigentum“ – ein fragwürdiges Konzept

Menschen werden ohne irgendein Verdienst in diese Welt hineingeboren. Und sie verlassen sie, ohne auch nur den Hauch von was-auch-immer mitnehmen zu können. Dem Prinzip des Teilens liegt also auch die philosophische Einsicht zugrunde, dass alle Schätze der Welt dem Menschen von Mutter Natur lediglich zur Nutzung überlassen sind. (Wieviel Freiheit steckt in diesem Gedanken!) Auch aus sozialer Perspektive erscheint es uns als sinnvoll den Begriff „Eigentumsrecht“ zu ersetzen durch „Nutzungsrecht“.

Sozial förderliche Vermögensbildung

Die Gesellschaft soll darüber entscheiden, wie viel Vermögen Individuen maximal besitzen dürfen. Dies kann auf parlamentarischem Wege oder über andere, noch zu schaffende demokratische Gremien festgelegt werden. Käme es zu einem gesellschaftlichen Konsens über dieses Prinzip, würde dies dem Wirtschaftsleben den Zahn der grenzenlosen Gier ziehen – somit ein entscheidendes Motiv für skrupelloses, ausbeuterisches unternehmerisches Handeln.

Das bedeutet nicht, dass man das menschliche Bedürfnis nach einem (materiell) besseren Leben einfach ignorieren könnte. Darauf wird im zweiten Prinzip näher eingegangen.