Neue Ökonomie

solidarity economy
Die Phantasielosigkeit der öffentlichen Meinung, wenn es um die Bewältigung ökonomischer Probleme geht, ist frustrierend. Kapitalismuskritik liegt im Trend, so lange man nicht hörbar und ernsthaft über Alternativen nachdenkt. An dieser Stelle schlägt die Kommunismuskeule zu und erstickt jede weitere sachliche Diskussion. In dieser ummauerten Gedankenwelt gibt es eben nur diese zwei Möglichkeiten. Nein, dass Kapitalismus alternativlos ist – also quasi Naturgesetz – kann doch kein vernüftiger Mensch in Frage stellen! Und so werden die schlimmsten Auswüchse dieses Wirtschaftssystems, die offensichtlichsten Missstände achselzuckend, quasi als Naturgesetz, hingenommen.

Eine Einordnung

Die Theorie PROUT beschreibt Optionen für globale zukunftsfähige Wirtschaftsformen, die in unserer vernetzten Welt nur in Teilen isoliert umgesetzt werden können. Was einerseits aus genau diesem Grund wie eine Utopie erscheinen mag, ist andererseits auch die einzige denkbare Hoffnung für eine notwendigerweise globale Transformation: eine universale ökonomische Plattform, auf der sich Initiativen und Erneuerungsbewegungen aus aller Welt begegnen können.

Hier findest Du eine schematische Übersicht der Systeme.

Hier ein Video über PROUT-Ökonomie in englischer Sprache.

Rückblick

Die Welt des Adam Smith, der als der Vater der freien Marktwirtschaft gilt und vor über 200 Jahren die Prinzipien für das neu erwachte, vom Merkantilismus befreite Wirtschaftsleben formulierte, war eine völlig andere als heute. Produktionswachstum spielte die entscheidende Rolle für den dringend benötigten materiellen Fortschritt. Dem Eigennutz bzw. der Gier nach Reichtum als Motivation für wirtschaftliche Initiative freien Lauf zu lassen erschien als adäquates Mittel, als Motor, um dieses Ziel zu erreichen. Heute sehen wir, dass diese Dynamik – ohne Lenkung und ohne Bremsen – zu Exzessen der Gier führt, die etwa Millionen in den Hungertod treibt, wenn an Getreidebörsen spekuliert wird. Die Menge an weltweit produzierten Gütern, eine vernünftige Verteilung vorausgesetzt, wäre längst ausreichend um allen Erdenbürgern einen würdigen Lebensstandard zu ermöglichen. Wir brauchen dieses blinde Wachstum nicht mehr. Vielmehr brauchen wir eine kluge Lenkung der wirtschaftlichen Dynamik zum Wohle aller.

Die Politik übt sich seit dem 19. Jahrhundert in Kontrolle und Nachbesserung, um Exzesse zu verhindern. Mit der zunehmenden Macht der Großkonzerne greift dieses Unterfangen jedoch immer weniger. Warum also nicht von vornherein das Wirtschaftssystem im Sinne von Humanität, Gerechtigkeit und Demokratie umgestalten, anstatt nur zu versuchen, die Auswüchse zu lindern?

Ausblick

Kapitalismuskritik ist schick. Ja, es darf kritisiert werden! Je lauter, desto harmloser. Weil Rhetorik allein nichts verändert, sondern nur einen Gewöhnungseffekt erzielt … das Gefühl der Hilflosigkeit erträglich macht. Reale Veränderung jedoch bedeutet Aufbruch, gewohnte Bahnen und den scheinbar sicheren Hafen verlassen. Auf diesen Seiten möchten wir zur Diskussion über ein demokratisches, vitales, humanes und nachhaltiges Wirtschaftssystem einladen. Und dazu ermuntern die Reise mit den berühmten ersten Schritten zu beginnen.